Falsche Vorstellungen im Influencer Marketing: 5 Mythen aufgeklärt

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Der Marketing Manager kennt die neuen Entwicklungen in der Welt der Werbemöglichkeiten. Er verfolgt die News und eine Weile lang beobachtet er den Hype um die Influencer mit einer natürlichen Skepsis. Manches hörte sich einfach zu gut an. War da etwas Wahres dran?

Nahezu täglich erscheinen Case Studies und zeigen die Influencer als die neue Wunderwaffe. Greife jetzt zu, oh schlauer Marketer, sonst verpasst du den Moment. Die Influencer werden alle vergriffen sein, oder zu teuer für dein Budget.

Der Manager entscheidet sich zu handeln, doch seine Erwartungen entsprechen bei Weitem nicht der Realität. Nach Ablauf seiner ersten Kampagnen wird er wahrscheinlich enttäuscht sein, denn er stellt sich Folgendes vor:

 

Durch Influencer komme ich sehr schnell an neue Kunden

Influencer haben viele Fans, die meine Angebote sehen werden. Weil meine Angebote so toll sind, werden vielleicht nicht alle, jedoch viele von ihnen Interesse entwickeln und die Verkäufe sind mir sicher. In etwa so könnte die Logik aussehen, die leider fehlerhaft ist.

Ja, die Influencer haben aktive Communities, die ihnen aufmerksam zuhören und vertrauen. Allerdings ist ihr Vertrauen nicht blind. Das Produkt muss zu dem Influencer genauso gut passen, wie der Influencer zum Produkt. Die Geschichte um die Produktvorstellung muss authentisch, wie der Influencer selbst sein, damit sie die Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Fans erntet.

Das zu erreichen erfordert Arbeit, Grips und Zeit und die Suche nach Abkürzungen führt leider zu traurigen Ergebnissen.

 

Influencer Marketing ist maßlos günstig

Das stimmt nur bedingt. Die Kosten einer solchen Marktetingkampagne beschränken sich nicht auf die Gage der Influencer. Das Storytelling, visuelle Darstellung, Data Tracking und die anschließende Analyse tragen maßgeblich zum Erfolg bei. All diese Faktoren können günstig, oder hochwertig sein.

Die Gagen der Influencer liegen aktuell wirklich in einem sehr günstigen Bereich. Allerdings ändert sich das mit der Zeit, da sich der Markt für das Influencer Marketing entwickelt und die Influencer ihren wahren Wert kennen lernen.

 

Größere Budgets = Automatisch mehr Leistung

Verhalten sich Budget und Leistung im Influencer Marketing nicht exponentiell, oder zumindest linear? Wenn man mehr in diesem Bereich investiert, dann müsste doch logischerweise mehr Output entstehen, mehr Kunden mehr Käufe tätigen und die Marke bekannter werden. Ist das nicht so?

Was in der Theorie so schön klingt, entspricht keineswegs der Realität. In erster Linie ist eine durchdachte Vorbereitung notwendig, damit man die für die Marke, oder das Produkt richtige Influencer definiert.

In manchen Fällen lässt sich dadurch eine sehr überschaubare Liste an potentiellen Kandidaten aufstellen. Die Gesamtreichweite und damit das Gesamtvolumen der Kampagne bleiben damit auch überschaubar.

Es macht wenig Sinn in „falsche“ Influencer zu investieren, beispielsweise in diejenigen, die nicht die erwünschte Zielgruppe ansprechen. Diese Investitionen rentieren sich einfach nicht.

Stattdessen lohnen sich in vielen Fällen ausgedehnte Kampagnen mit mehreren Postings, oder gar mehrere Kampagnen. So können die Produkte von vielen verschiedenen Seiten vorgestellt werden und damit selbst die größten Skeptiker überzeugen.

Man kann es einfach automatisieren und vergessen

Automatisierung gehört zu den langatmigsten Buzzwords im Marketing. Das Bestreben alles und jeden zu automatisieren ist allgegenwärtig. Es mag durchaus die positive Absicht der Zeit- und Kostenersparnis dahinterstecken, jedoch ist es auch hierbei nicht empfehlenswert das Ganze ad absurdum zu treiben.

Manches lässt sich nicht automatisieren. Zum Beispiel zwischenmenschliche Beziehungen. Die automatisierte Freundschaft, die automatisierte Ehe, das automatisierte Vertrauen…klingt eklig, nicht?

Was den Influencer von einem Prominenten unterscheidet ist die Beziehung zu den Fans. Während die Reichweiten beider Gruppen sich in ähnlichen Bereichen bewegen, pflegen die Influencer in der Regel einen viel intimeren und engeren Kontakt zu ihrer Gefolgschaft, als Promis.

Lies auch: 7 Punkte, die einen guten Influencer ausmachen

Die große Chance für jede Marke ist, eine ehrliche Vertrauensbeziehung über den Influencer zu seinen Fans aufzubauen. Ist das geschafft, hat das Unternehmen groß gewonnen, denn Vertrauen schafft Kunden. Wenn die Kunden anschließend mit dem Produkt zufrieden sind, schafft das Langzeitkunden, die wieder bestellen. Und wieder und wieder.

 

Es gibt nichts Wichtigeres als die Reichweite

Warum sind alle so versessen auf die Reichweite? Die Agenturen werben damit, die Kunden verlangen danach und Influencer sind versessen darauf sie um jeden Preis auszuweiten.

Die Reichweite lässt sich sehr einfach einsehen. Die Vorstellung, der Erfolg einer Werbekampagne würde von der Gesamtreichweite abhängen gleicht jedoch der Vorstellung, dass der größte Mann automatisch der stärkste ist.

Es gibt eine gewisse Korrelation, allerdings eine Menge weiterer Faktoren, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Vorausgesetzt man ist daran interessiert der Realität ins Auge zu blicken.

Die Realität sieht leider oft so aus, dass die Reichweitenvorgaben auf eine künstliche Art eingeholt werden, um den Vorgaben zu entsprechen. Die Rede ist hier oft von Trash Traffic. Dieser wird über alle Mittel eingekauft, die Traffic generieren können, der niedrigere Kosten nach sich zieht, als Einnahmen generiert.

 

Fazit

Influencer Marketing ist eine hervorragende Methode, um eine offene, ehrliche Beziehung zu zahlreichen Kunden aufzubauen und für steigende Umsätze zu sorgen.

Allerdings erfordert auch Influencer Marketing einen deutlichen Plan, Arbeit, Geduld und am besten – einen Experten, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt, bis die erwünschten Ergebnisse eintreffen und die gesetzten Ziele erreicht sind. 

Man sollte sich nicht von unrealistischen Vorstellungen, oder gar unseriösen Versprechen in die Irre führen lassen. Genau deshalb haben wir für euch diesen Artikel erstellt.